erstellt am 4. Februar 2012
Man schreibt gerade Frauen im beruflichen Kontext mehr soziale Kompetenz und Empathie zu als den Männern in vergleichbaren Positionen. Das ist schön und schmeichelhaft für die Frauen, gleichzeitig beschämend für die Männer, dass diese Fähigkeiten bei ihnen unterentwickelt sind oder nicht die notwendige Priorität haben. Und dennoch reichen soziale Kompetenz und Empathiefähigkeit oftmals für die Frauen nicht aus, ihre eigenen Interessen nachhaltig zu vertreten. Weil das nur die eine Seite der möglichen Handlungsbandbreite ist.
Ein Spannungsbogen hat immer zwei Anknüpfpunkte
Soziale Kompetenz und Empathie sind die netten Anknüpfpunkte. Sozial hoch angesehen. Auf der anderen Seite stehen Durchsetzungsfähigkeit, Ellbogenmentalität als Beispiel. Weniger schmeichelhafte Begriffe für die, die die andere Seite gerne hervorheben. Aber auch diese gehören in ein gesundes Toolset. Neben Kommunikationskompetenz, strategische und analytische Fähgikeiten und Begeisterungsfähigkeit. Und der Spannungsbogen lebt von beiden Seiten. Das vergessen viele. Wo Licht da auch Schatten. Um etwas Lautes beurteilen zu können, muss man auch das Leise kennen.
Dahinter steckt oftmals die Angst, dass wenn frau sich auf die eine Seite schlägt, sie nie mehr auf die andere kommt. Gilt übrigens auch für Männer. Und damit beschneiden wir uns unserer vollen Handlungsbandbreite, die natürlicherweise das gesamte Repertoire beinhaltet. Ich weiss nicht, auf welcher Seite des aufgezeigten Spannungsbogens Sie gerade mehr beheimatet sind – ich bin mir aber sicher, dass es Ihnen wesentlich besser bekommt, wenn Sie beide Seiten des Bogens in Händen halten ….
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Autor: Volker Hepp, 0 Kommentare
erstellt am 1. Februar 2012
Nicht selten erlebe ich bockige und beleidigte Männer. Entweder durch tatsächlich gezeigtes Verhalten oder durch den Unterton, der die Musik macht. Beleidigt deshalb, weil etwas nicht so läuft, wie sie es sich wünschen; oder sie es sich anders vorgestellt haben – Rückzug, imaginäres Aufstampfen und Trotz sind dann die Reaktionen. Die aufgezeigten Reaktionen sind meistens nur im privaten Bereich zu erleben, der berufliche Kontext erlaubt andere Ausdrucksformen und -möglichkeiten. Als Handlungsmöglichkeiten gibt es dann nur das schmollende Zurückziehen, die ausgelebte Aggression und wenig Grauzonen dazwischen.
Der Trotzer scheut die Konfrontation
Allen Reaktionen gemeinsam ist die mehr oder minder passive Form von Widerstand, auch das wieder eine vermehrt männliche Reaktion in persönlichen Beziehungen. Passiver Widerstand wird vor allem dann gezeigt, wenn ein klares Nein gefürchtet und vermieden wird. Vermeidung deshalb, weil vielerorts gelernt wurde, dass ein Nein zu Beziehungsabbruch, zu Bestrafung führt. Und weil viele Jungs in einem Klima aufgewachsen sind, das wenig Widerspruch duldete und sie aufgrund ihres Alters keine Chance hatten, dagegen zu halten.
Also ist passiver Widerstand die einzige Möglichkeit, sich zu wehren. Manchmal auch gegen sich selbst. Nämlich dann, wenn man(n) merkt, dass er sich in gewissen Bereichen selbst blockiert und sabotiert. Das kommt oft aus dieser passiven Widerstands-Ecke. Eine mögliche Lösung: Das offene Nein zu lernen, gerade in persönlichen Beziehungen. Manchmal leichter geschrieben als tatsächlich ausgesprochen. Aber alles braucht seine Zeit…..
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erstellt am 29. Januar 2012
Für viele von uns ist es einfacher, die Zustände zu benennen, die uns nicht gefallen, die uns nicht gut tun und die wir nicht wollen. Wir beklagen uns also und sind sehr erfinderisch in den Lebensbereichen, in denen sich ein Beklagen über die äußeren und inneren Umstände lohnt. Wie wäre es denn als Selbstversuch sich ein wenig zu beobachten und bei jeder Klage, die über unsere Lippen kommt, ein 2 Euro-Stück in ein Sparschwein zu stecken? Unter Beklagen fällt für mich auch jammern und andere für etwas verantwortlich zu machen, das ich versäumt habe zu tun.
Raus aus der Opferrolle!
Und vielleicht halten Sie dieses Experiment mal zwei Wochen durch. Und schauen danach, wieviel Geld im Schweinderl steckt. Vor lauter klagen, jammern und Verantwortung zuweisen. Und vielleicht reicht ja schon alleine der Gedanke an diese Übung, um aus der eigenen Opfer-Automatik herauszukommen. Vielleicht hilft schon der Gedanke an diese Übung, um sich bei jedem Beklagen-Versuch bewusst zu machen, was ich selbst jetzt an dieser Situation ändern könnte. Wenn ich wollte. Und was denn vielleicht noch dazukommen müsste, wenn ich es derzeit noch nicht schaffe.
Und sehr oft hilft dieses kleine Stückchen Innehalten, um etwas zu bewegen. Innehalten, kurz überlegen, weitermachen – in die eine oder die andere Richtung.
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erstellt am 26. Januar 2012
Ein Coaching, das mir in Erinnerung geblieben ist, hatte das Ziel eine neue Positionierung für die eigene Existenz zu finden. Diese Existenz trägt seit langer Zeit, macht aber nicht mehr wirklich satt und rieb auch körperlich und geistig auf. Ich selbst halte in den meisten Fällen wenig davon, nach reinen Marketing- oder Vertriebsgrundsätzen bei einer solchen Optimierung vorzugehen – für mich steht in erster Linie der Mensch dahinter im Mittelpunkt.
Die Paramenter dahinter sind:
- Das ureigene Tempo des Menschen
- Seine Kapazität, sich mit Dingen auseinander zu setzen
- Seine Kapazität des Durchhaltens
- und so weiter
Zusammen mit diesen Parametern ergibt sich ein umfassendes Bild und ein guter Blick auf die Möglichkeiten, die dieser Mensch hat, seinen Arbeitsalltag zu bewältigen, ohne dass eine Erschöpfung und/oder Ausbrennen eintritt. Der Körper ist hier die Basis, das Fundament auf das das berufliche Er-Leben nachhaltig aufgesetzt werden kann.
Bottom up und Top down ist dieser Ansatz, weil er dann alle Belange ins Licht rückt und nicht nur einseitig Äußerlichkeiten, Fertigkeiten usw. berücksichtig, sondern auch die körperliche und geistige Kapazität mit einbezieht, die das alles leisten muss und will. Ergebnis ist dann ein wirklich holistisches Geschäftsmodell. Also ein spannender Gegenentwurf zur üblichen Beruf(ungs)beratung.
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erstellt am 23. Januar 2012
Manchmal erlebe ich es in der Paarberatung, dass einer der beiden Partner einen schweren Rucksack zu tragen hat, als der andere. Auch in langjährigen Beziehungen. Meistens kommt dann aber nur der Partner mit dem schwereren Rucksack zu mir, oft geschickt vom anderen mit den Worten “Tu mal was für Dich, damit es in der Beziehung besser wird”. Für mich selbst ist es aber auch sehr spannend, warum der andere Partner in der Beziehung bleibt und das alles so mitträgt. Welches Lebensmuster er sich damit erfüllt. In meiner Hypothesenwelt geben sich beide Partner etwas, das sie zusammenhält.
Veränderung verändert!
Und genau darum geht es. Wenn nur – um beim Beispiel zu bleiben – der Partner mit dem schwereren Rucksack kommt und an sich arbeitet, dann kann es sein, dass er sich ändert, verändert und der Rucksack damit leichter wird. Und vielleicht gibt es ja nur noch ein kleines Handtäschchen anstatt eines Rucksacks. Wie geht es dann dem Partner damit, der bisher den schweren Rucksack gewohnt war. Und ihn in irgendeiner Form auch gemocht und gewertschätzt hat? Dem fehlt ja dann auf einmal etwas. Und was passiert dann? Hält die Beziehung noch? Oder geht sie auseinander?
Vor diesem Hypothesenhintergrund kann ich Paaren mit einer solchen Konstellation nur raten, gemeinsam die Schritte zu tun. Damit sie sich nicht gegenseitig abhängen. Und damit sie – jeder für sich – sich ihrer Haltepunkte in der Beziehung bewusst werden und diese auch bewusst bleiben. Wenn nur einer diesen Weg geht und der andere stehenbleibt oder sich der Ver-Änderung verweigert, kann das ein Ende bedeuten, wo oftmals ein neuer Anfang gewünscht wurde….
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