Rückblicke

erstellt am 31. Dezember 2011

Unser halbes Leben besteht aus Ritualen. Mit Ritualen trennen wir einen Lebens-Zustand vom anderen, nehmen Abschied, feiern Neubeginn oder gestalten Übergänge auf eine besondere Art und Weise. Der letzte Tag des Jahres eignet sich natürlich besonders für einen solchen Rückblick und vielleicht auch für Voraus-Sichten in das kommende Jahr. Oder man nutzt den ersten Tag des Jahres für eine Voraus-Sicht, teilt also sein persönliches Ritual so in zwei Teile.

Rückblicke und Voraussichten gelingen dann, wenn man ihnen bewusst Platz gibt und sich Zeit für sie nimmt.

  • Was hat mir gut getan?
  • Wovon möchte ich mehr haben?
  • Was müsste unbedingt noch dazu kommen?
  • Wie genau stelle ich mir die nächsten Schritte vor?

Das wären drei positiv formulierte Fragen für einen solchen Moment. Positive Fragen in Richtung “hin zu”, positive Fragen, mit denen ich für mich Kriterien des Wohlbefindens, des Wachstums und der Ressourcen finde, die mich nährend begleiten. Anstatt mich immer mit dem zu beschäftigen was ich nicht will.

Und vielleicht ergibt sich daraus ein “Ich-will-Ritual”, das immer wieder, immer öfters für eine schöne Unterbrechung des Alltags sorgt, kurz zentriert und wiederum ausrichtet, auf das was kommt. Guten Übergang!

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Autor: Volker Hepp, 0 Kommentare

Entschuldigen Sie bitte!

erstellt am 28. Dezember 2011

Im Durchschnitt entschuldigen sich Frauen mehr als Männer. Und zwar deshalb weil sie mehr Grund dazu sehen. Ich schiebe das auf mehr Selbstreflexion und einen ausgeprägteren Hang zum Hinterfragen des eigenen Tun und Handelns. Langfristig aber kann das auch zu einer Stolperfalle werden – sowohl privat als auch im Beruf. Sich entschuldigen bedeutet ja auch, anzunehmen, etwas nicht richtig gemacht zu haben. Das bedeutet Opferperspektive. Und wo es Opfer gibt, gibt es auch diejenigen, die auf der anderen Seite stehen. Das ist die eine Seite.

Konfliktfreiheit gibt es nicht!

Und wo Frauen mehr auf Harmonie und Konfliktfreiheit stehen, da sind Männer mit ihrem Hierarchiedenken im Vorteil. Ist eine Hierarchie erst einmal hergestellt, muss sie nicht permanent in Frage gestellt und diskutiert werden. Das erleichtert manchmal das Zusammenleben. Dazu kommt, dass Männer gegenüber Druck und Schmerzen toleranter (abgehärteter?) sind und vielleicht auch deshalb Konfliktsituationen weniger wahrnehmen als Frauen.

Was können Frauen tun?

  • Sich eingestehen, dass es keine konfliktfreie Welt gibt!
  • Sich immer wieder daran erinnern, dass zu einem Konflikt immer mindestens zwei Menschen gehören.
  • Sich darüber klar werden, was kurz vor einem “Entschuldigung” in ihnen passiert – ist es eine automatische Reaktion oder besteht wirklich Grund dazu?

Und vor allem aus dem dritten Punkt heraus immer wieder neu zu entscheiden und vielleicht einen weiteren möglichen Weg des eigenen Handelns dadurch zu entdecken.

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Autor: Volker Hepp, 1 Kommentar

Warum es den meisten anderen Menschen nicht besser geht …

erstellt am 25. Dezember 2011

Warum es den meisten anderen Menschen auch nicht besser geht als Ihnen selbst liegt daran, dass Menschen an sich meistens bemüht sind, sich in Gegenwart anderer betont positiv und gut gelaunt zu zeigen. Dadurch geraten wir dann leicht in die Versuchung, das potentielle Leid der anderen herunterzuspielen und von der gezeigten positiven Gemütslage darauf zu schließen, dass es ausschließlich mir selbst nicht so gut geht. Und ins Grübeln zu verfallen, warum das so ist – mit dem eigenen Leid und dem “besser gehen” der anderen Menschen. Und viel Grübeln schützt dann auch vor Handeln.

Coaching hat eine aufklärende Seite

Coaching kann hier in erster Linie auch eine Hilfestellung sein, das eigene Weltbild wieder etwas gerade zu rücken. Indem es Normalität herstellt in ihrer gesamten Bandbreite: Dass es den anderen Menschen durchschnittlich auch nicht besser geht, dass es normal ist Gefühle in Anwesenheit fremder Menschen eher zu unterdrücken, keine Schwäche zu zeigen. Und dass es im stillen Kämmerlein meistens ganz anders aussieht. Und dass es von dieser Basis ausgehend, dann schon nicht mehr so schlimm ist, selbst mal nicht so gut beieinander zu sein. Und dass das dann auch kein Grund für eine wiederkehrende Grübelei ist, sondern eben Normalität. Manchmal geht es einem gut, manchmal nicht so – das Leben existiert oft zwischen zwei Polen und einer Menge “Grauzone” dazwischen. Normal eben….

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Autor: Volker Hepp, 4 Kommentare

Wie intakt ist Ihre Beziehungs-Schallplatte?

erstellt am 22. Dezember 2011

“Wie intakt ist Ihre Beziehungs-Schallplatte” – läuft diese vom ersten bis zum letzten Lied problemlos durch – oder hängt sie immer wieder an einer Stelle? Und wenn ja – wie gehen Sie damit um? Mit Schallplatte reinigen, mit immer wieder auf`s Neue versuchen und sich über das bekannte Ergebnis ärgern? Wenn sich Paare wie Wissenschaftler verhalten würden, dann gäbe es maximal 2 Versuche für ein Beziehungsexperiment, bevor die Versuchsanordnung geändert wird. Wir sind aber meistens keine Wissenschaftler und versuchen es immer wieder mit denselben Mitteln und Methoden – denn wenn ich es nur oft genug versuche und wiederhole, dann wird es irgendwann klappen.

Negative Wiederholungen schwächen Ihre Ver-Bindung

Dabei geht bei jeder negativer Wiederholung ein Stück der gegenseitigen Liebe und Anerkennung verloren. Sowohl für den anderen, als auch bei einem Selbst, weil die Eigenkommentare meistens auch Bände sprechen. Wie wäre es denn, wenn ich in der Partnerschaft mal Wissenschaftler spielen würde – mit einer großen Portion Neugier die Versuchsanordnungen genau unter die Lupe zu nehmen, achtsam zu analysieren und bei dem leisesten Hauch einer möglichen Wiederholung einfach die Anordnung wechsle? Anstatt in bekannter Art und Weise auf sämtliche Aktionen meines Partners mit bekannten Gegenreaktionen zu antworten und das Spiel ins Endlose zu treiben.

Was müsste dazu kommen, damit beide aus dem Spiel aussteigen können, wieder neugierig und erfinderisch werden und neues Verhalten ausprobieren. Immer wieder, bis das gewünschte Ergebnis eintritt? Anstatt immer “mehr desselben” zu tun?

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Autor: Volker Hepp, 2 Kommentare

Männer und ihr Vaterthema

erstellt am 19. Dezember 2011

Männer und ihr Vaterthema ist ja jetzt nicht neu. Eher ein alter Hut. Über den schon sehr viele Berufene und Nicht-Berufene geschrieben und gesprochen haben. Und dennoch ist es ein aktuelles Thema. Interessant wird das Thema aber dann, wenn ich Vater mit Autorität austausche und dann mit Kunden darauf schaue, wieviel Zeit und Energie in vielen Lebensbereichen darauf verwendet wird, gegen Autoritäten mit aktivem oder passivem Widerstand zu kämpfen.

Aktiver Widerstand gegen Autoritäten

Diese Männer sind in stetiger Rebellion, wehren sich, fühlen sich gegängelt und verfolgt und lauern nur darauf, wo das nächste Ge- oder Verbot stecken kann, gegen das sich zu kämpfen lohnt. Wie der damals gegen die Windmühlen. Und je mehr Widerstand kommt, desto höher die eigene Aktivität und desto schneller kommt der Kampfreflex – sei es im Auto, in der Kassenschlange im Supermarkt, im Unternehmen, auf dem Fussballplatz usw.

Passiver Widerstand und Guerillataktik

Neben den oben beschriebenen Hitzköpfen gibt es auch die netten, freundlichen und angepassten Männer. Die hilfsbereit sind, zuhören können und ihrer Umwelt die Wünsche von den Augen ablesen. Und trotzdem immer wieder Dinge vergessen zu tun. Oder falsch tun. Oder sich schnell wieder verdrücken – bevor sie richtig angekommen sind. Die sich auf der einen Seite über Gebühr anpassen und bei denen man auf der anderen Seite sehr viel unterschwellige Aggression spürt, sobald sie im Raum sind. Spricht man das an, bekommt man groß aufgerissene Augen mit einer “Wer, ich?”-Frage zurück.

Beide Wege tun den Männern nicht gut. Und beide Wege haben mit dem eigenen Verhältnis zum Vater zu tun. Und erwachsen werden bedeutet für mich, dass ich lerne, gegen welche Autoritäten es sich zu kämpfen lohnt und bei welchen ich mein Schwert stecken lasse. Das wäre dann ein erwachsener Mann…

 

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