erstellt am 16. Dezember 2011
Frauen und Männer sind verschieden. Wobei die Unterschiede innerhalb des eigenen Geschlechts generell größer als zwischen den Geschlechtern sind, aber wie gesagt, es gibt Unterschiede. Und – gerade im beruflichen Bereich – auch Fallen, in die Frauen geraten können und die die eigene Karriere behindern. Zusätzlich zu den Erschwernissen, die die deutsche Industrie für den Aufstieg von Frauen derzeit noch bietet.
Mein Kollege Roland Kopp-Wichmann hat in seinem Beitrag “Acht Dinge, wie Frauen ihre Karriere behindern” gut auf den Punkt gebracht. Wobei die Erkenntnis nur die erste Stufe zum Verändern ist. Und der Weg von der Erkenntnis zur Veränderung weit sein kann, weil es um Verhaltensweisen geht, die schon in der Kindheit angelegt wurden und die zum Teil auch frauenspezifisch sind. Bei der Veränderung selbst ist es wichtig, darauf zu achten, dass nicht nur die Kognition, der Wille mit an Bord ist, sondern auch das Nervensystem mitmacht. Oder ob es aus der Bauchgegen Blockaden gibt.
Vor allem bei Themen wie Stimme, Auftreten, Händedruck usw. Da nutzt der Wille recht wenig, wenn der Rest des Systems nicht mitmacht, bzw. nicht genügend Atemluft für eine volle und kraftvolle Stimme fehlt, weil es oben eher eng zu geht. Aber – diese Beobachtungen und Aufmerksamkeiten sind gute Ausgangspunkte, um nach und nach an die Punkte heranzugehen, die das verursacht haben, was heute in der eigenen Karriere hinderlich ist. Ich nenne so etwas dann Somatic Coaching – die gelungene Verbindung zwischen Kognition und Ihrem limbischen System.
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Autor: Volker Hepp, 0 Kommentare
erstellt am 13. Dezember 2011
Es gibt so alltägliche Momente, an denen ich genau weiss, was ich “eigentlich” tun müsste – es aber nicht tue. Irgend etwas hält mich davon ab, irgend etwas kommt immer dazwischen und lenkt meine Aufmerksamkeit auf andere Dinge. Und schwupps bekomme ich das nicht erledigt, was eigentlich Priorität gehabt hätte. Meistens setzt dann irgendwann der interne Chor der Besserwisser (vulgo: Innerer Kritiker) ein, der uns dann wegen dieses Vergehens die Hölle zusätzlich heiss macht.
Ladehemmung als passive Form des Widerstands
Und manchmal ist eine solche Form der Ladehemmung schon sehr früh im Leben entstanden. Sehr oft dann, wenn wir als Kinder keine Möglichkeit des offenen Widerstandes hatten. Und aber dennoch keine Lust verspürten, das zu tun, was uns die Erwachsenen aufgetragen haben. Daraus entwickelte sich eine Form des passiven Widerstandes – trödeln, sich ablenken lassen, vergessen, von anderen Dingen gefangen genommen werden usw.
Wenn Sie diese Symptome kennen. Vielleicht starten Sie eine kleine Reise der Selbstbeobachtung. Und nehmen nur wahr, wenn solche Momente des passiven Widerstandes eintreten. Und schauen darauf, was sich eventuell verändert, wenn Sie nur wahrnehmen. Und manchmal kann man sich selbst in der Wahrnehmung die Frage stellen, wer denn hier gerade agiert: Das sehr junge oder das eigene erwachsene Ich? Und nach meiner Beobachtung mischt das jüngere Ich bei sehr vielen Menschen immer wieder kräftig mit – und verhindert so Wachstum.
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erstellt am 10. Dezember 2011
Wir tun uns schwer. Mit dem Nein sagen. Und noch schwerer, ein einmal gegebenes Nein auch durchzuhalten. Vor allem dann, wenn wir die Enttäuschung beim Gegenüber bemerken und sie aushalten/durchhalten müssen. Woher kommt diese Schwierigkeit? Meine Hypothese: Sie ist ein altes Überbleibsel unserer Erziehung. Es gab einmal eine Zeit in unserem Leben, in der wir sehr schlecht Nein sagen konnten, weil wir fürchteten, damit die generelle Liebe und Zugehörigkeit zu verlieren.
Nein sagen ist anstrengend
Und ein protestierendes und abgrenzendes Nein ist anstrengend. Für die Umwelt. Weil sie sich dann damit auseinander setzen muss. Und auch für das Kind, weil es glaubt, durch eine zu harte Abgrenzung die Liebe und Zugehörigkeit zu verlieren. Da passt es sich lieber an – wird lieb, folgsam und immer freundlich. Und im Inneren spürt es, dass es sich eigentlich verweigern müsste, um sich innerlich treu zu bleiben.
Und so schleppen wir diese Nein-Hemmung mit in unser Erwachsenenleben, mit allen unbewussten Befürchtungen und Ressentiments. Und wundern uns, dass wir sowohl im Privatleben als auch im Beruf nicht wirklich erfolgreich sind und werden. Zeit also, unsere Nein-Strategie zu beobachten und zu überdenken: Wo sage ich heute noch Ja, obwohl ich Nein meine?
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Autor: Volker Hepp, 0 Kommentare
erstellt am 7. Dezember 2011
Oft lassen sich gerade in frischen und auch wieder in sehr alten Partnerschaften die Verschmelzungstendenzen gut beobachten. Das Paar macht sehr viel zusammen, ähnelt einander im Kleidungsgeschmack und manchmal glaubt der Beobachter, siamesische Zwillinge vor sich zu haben. Nichts geht mehr ohne den anderen. Fast paradiesisch und erinnert an den Ursprung unserer Beziehung – die zu unserer Mutter. Nur dieses Mal ohne Fruchtwasser, Bauchhöhle und Plazenta.
Beziehung folgt Wellenbewegung
Doch auch eine Beziehung sollte Wellenbewegungen haben – auf eine Phase der Verschmelzung folgt wieder eine Phase der Abgrenzung. Diese wird meist eingeleitet durch unerklärliche Streitereien und Sticheleien, es wurde zu eng. Distanzierung ist angesagt. Die Autonomie der eigenen Person steht im Vordergrund, das Paarsein ist in den Hintergrund getreten. Wenn die autonomen Grenzen wieder hergestellt ist, folgt meist wieder eine Phase der vorsichtigen Annäherung, die dann irgendwann in einer neuen Phase der Verschmelzung endet. Das Speil beginnt von Neuem.
Reinszenierung des alten Spiels
Zum Paarsein gehören beide Pole: Der der Verschmelzung und der der Autonomie. Paare, die nur einen der beiden Pole betonen, reinszenieren meistens etwas, was sie irgendwann nicht bekommen haben und jetzt vom Partner einfordern. Aus meiner Erfahrung kann das nicht gut gehen, weil das Spannungsfeld zwischen Zugehörigkeit und Autonomie zugunsten eines einseitigen Zustandes verlassen wurde….
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erstellt am 4. Dezember 2011
Burn-out und Depression, Leistungsbereitschaft und Erschöpfung sind Themen, die aktuell sind – nicht nur in der Presse. Viele klagen über zu viel Druck, über ein zu schnelles Hamsterrad und “no way out”? Zum einen denke ich, dass wir Menschen uns in der eigenen Geschwindigkeit gut überschätzen und zum anderen habe ich auch die Hypothese, dass viele Eltern nicht in der Lage waren, ihren Kindern eine nachhaltige Selbstregulation zu vermitteln. Sei es, dass sie es selbst nicht besser wussten oder dass sie in irgendeiner Form nicht präsent genug waren und sind.
Burn-out bedeutet die eigenen Grenzen mißachtet zu haben
Und die eigenen Grenzen sind unter anderem dafür zuständig, uns vor Überforderung und Überlastung zu schützen. Sie werden durch ein “Nein” aufrecht erhalten und setzen voraus, dass wir unsere eigenen Grenzen kennen, genauso wie unsere Bedürfnisse. Ein Fehlen von Selbstregulation in diesem Zusammenhang bedeutet, dass wir es nicht mehr schaffen, von einer normalen Anspannung in eine Entspannung zu kommen – wir fahren auf Hochtouren, der Tritt auf die Bremse scheint unmöglich.
Alles ist erlernbar. Das ist die gute Nachricht.
Auch das Nein sagen, auch das Wahrnehmen der eigenen Grenzen. Auch die Selbstregulation. Die schlechte Nachricht dabei ist – es wird dauern. Die Fee mit dem Zauberstab gibt es in diesem Zusammenhang nicht und ein Umdenken und Umlenken bedeutet erst einmal das Verlernen der bisher eingeschlagenen Strategie. Und die hat mit Geschwindigkeit zu tun. Und Geschwindigkeit findet Bremsen nicht gut. Also geht es darum, behutsam wieder zu lernen, den Gasfuss ab und an zu lockern und die Bremse ab und an auszuprobieren. Und je mehr ich diesen Wechsel schaffe (Entspannung und Anspannung), desto mehr lernt mein System wieder in einen natürlichen Fluss zu kommen….
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