Was hält mich in meiner Partnerschaft?

erstellt am 1. Dezember 2011

Oft suchen mich Paare auf, deren Beziehung schon lange nicht mehr so erfüllend ist, wie sie einmal war. Die kleinen Verletzungen auf dem gemeinsamen Weg sind zu viele geworden, die Interessen haben sich vielleicht auseinander entwickelt, die Streitereien wegen Nichtigkeiten werden häufiger und Gespräche wie früher finden auch nur noch auf das Notwendigste beschränkt statt. Und ab und zu gibt es auch noch eine oder mehrere Außenbeziehungen des Partners, die zwar weh tun – aber bisher nicht zum Abbruch der Partnerschaft geführt haben.

Was kittet mich an meinen Partner?

Was ist der Kitt, der die Menschen noch beeinander hält ist dann eine der ersten Fragen, die von mir kommen. Und was müsste an Fähigkeiten, Fertigkeiten, Impulse oder Ressourcen dazukommen, damit der mehr leidende Partner es schafft, einen für ihn guten nächsten Schritt zu tun? Und oft ist es – so banal es klingt – die Gewohnheit, die Paare zusammen hält. Die schwerer wiegt als jede bisherige Verletzung. Oder die Angst vor dem Alleinsein, vor der dann erzwungenen Selbständigkeit. Und manchmal gibt der verletzende Partner dem eigenen Leben auch Sinn – ich habe jemand, über den ich mich beklagen kann!

Partner-Bilanz

Und trotzdem ist es sinnvoll, immer wieder eine Art Partnerbilanz zu ziehen und zu schauen (vielleicht auch gemeinsam) ob und wieviel vom Kitt noch da sind. Ob das gleichbleibend ist, ob was weggekommen oder dazugekommen ist. Und wie es mir selbst gerade geht. Und wie meine Werte, nach denen ich lebe, gerade im Lot sind. Und – sollte etwas aus dem Gleichgewicht sein, immer wieder, was mich denn in der Partnerschaft hält und ob ich das, was aus dem Gleichgewicht kam, auch selbst beeinflussen kann und will.

Und – das alles nur wahrnehmen. Es gibt (erst einmal) nichts zu tun. Nur wahrnehmen und schauen, was diese Wahrnehmung mit mir so macht.

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Autor: Volker Hepp, 3 Kommentare

Wie geht es mir mit meinen Bedürfnissen?

erstellt am 28. November 2011

Jeder Mensch hat seine Bedürfnisse und alle Menschen haben Grundbedürfnisse. Zu den Grundbedürfnissen gehören Bezogenheit (Ich liebe und werde geliebt), Kompetenz (Ich kann und ich kann etwas in meiner Umwelt bewirken) und die Autonomie (Ich bin autark und kann wählen). Und bei vielen Menschen kommen Teile dieser (Grund-)Bedürfnisse oder einige davon zu kurz, werden nicht bedient und die Menschen schaffen es auch nicht, ihre Bedürfnisse einzufordern. Was mir im Coaching immer wieder auffällt ist, dass viele Menschen auch nicht wissen, ab welchem Grad der Bedürfnisbefriedigung es Ihnen auch gut geht.

Bedürfniskuchen

Ich schlage dann – zur Standortbestimmung – oft eine Hausaufgabe vor, die ich Bedürfniskuchen nennen. Sie geht wie folgt:

  1. Erforschen Sie erst Ihre Bedürfnisse und legen Sie eine Liste an.
  2. Malen Sie dann einen Kreis. Dieser stellt 100 Prozent dar.
  3. Gewichten Sie Ihre Bedürfnisse mit Prozentangaben, die Summe aller Bedürfnisse gibt 100 Prozent
  4. Malen Sie Ihre Bedürfnisse in den Kreis ein

Nun haben Sie Ihren Bedürfniskreis mit den gewichteten Bedürfnissen. Im zweiten Schritt können Sie schauen, wieviele Ihrer Bedürfnisse zu wieviel Prozent erfüllt werden und wo denn die “Sollbruchstellen” pro Bedürfnis liegen: Wie viel Erfüllung brauchen Sie pro Bedürfnis als Minimum, um nicht in den Mangel zu geraten.

Warum lasse ich es zu, dass nicht alle meine Bedürfnisse erfüllt werden?

Das wäre die weitere Frage, die sich anschließt. Und vielleicht ist sie besser gestellt mit “Was müsste dazu kommen, dass meine Bedürfnisse so erfüllt werden, dass ich nirgendwo Mangel habe?”. Und das ist dann eine gute Basis, um mit sich selbst oder im Coaching an diesem Thema weiter zu arbeiten…..

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Autor: Volker Hepp, 0 Kommentare

Männer und Depressionen

erstellt am 25. November 2011

Das Thema “Männer und Depression” flackert meistens immer dann wieder durch Äther und Print, wenn sich ein prominenter Mann umgebracht hat oder Männer Interviews über ihre Krankheit geben und/oder jemand einfach für eine zeitlang von der Bildfläche verschwindet. Danach wird es wieder ruhig. Bis zum nächsten Aufflackern. Das Thema an sich bleibt bestehen – nur nimmt kaum jemand Notiz davon, vor allem deshalb, weil niemand die kleinen Anzeichen für männliche Depression wahrnimmt oder wahrnehmen möchte.

Männliche Depression ist anders als weibliche Depression

Ja, die Depressionen unterscheiden sich zwischen den Geschlechtern, bei Frauen kommt diese Krankheit etwa doppelt so häufig vor, wie bei Männern. Und die Dunkelziffer ist nach wie vor hoch, weil viele davon Betroffene zuerst ihren Hausarzt aufsuchen, anstatt zum Therapeuten und/oder Psychologen zu gehen. Und viele Männer äußern ihre Gefühlslage auch nicht so klar (Männer und Ausdruck der eigenen Gefühle), dass die Diagnose klar wird.

Natürlich sind Männer auch verstimmt und bedrückt – was sie aber von Frauen unterscheidet ist ihre ärgerliche, wütende Haltung, der explodierende Ausbruch nach draußen, die eher gefährliche Lebens- oder Verhaltensweise, die mit einer männlichen Depression einhergeht.

Auch Zynismus, ständiger Vorwurf und starke Impulsivität können auf eine männliche Depression hinweisen. Und da Männer diese Verhaltensweisen auch mehr “im normalen Leben” zeigen als Frauen, wird sehr oft die Not die darunter steckt – eine Depression – nicht oder zu spät erkannt. Zeit also, vielleicht genauer hinzuschauen und nachzufragen, wenn diese eher expressiven Phasen anhalten. Klassische Fragen dazu können sein:

  • Sind Sie öfter oder anhaltend bedrückt?
  • Weinen Sie oft ohne erkennbaren Grund?
  • Sehen Sie alles negativ?
  • Können Sie sich noch über etwas freuen?
  • Denken Sie öfter über Sterben und Tod nach?
  • usw.

 

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Autor: Volker Hepp, 0 Kommentare

Was Mitarbeiter so antreibt

erstellt am 22. November 2011

Der Mythos, dass Mitarbeiter nur genügend motiviert werden müssen und dass die Vorgesetzte für die Motivation zuständig sind hält sich immer noch hartnäckig. Vor allem in Branchen, in denen es um Verkauf und Zielerreichung geht. Meistens um Erreichung von Zielen, die nichts mit Mitarbeiterzielen zu tun haben. Und danach gibt es immer den großen Katzenjammer, wenn die Ziele nicht erreicht werden und die sogenannten Opportunities in den diversen Siebel- oder SAP-CRMs sich als Luftschlösser herausstellen. Vor allem dann umso mehr, umso näher das Quartalsende naht.

Mitarbeiter wollen Aufgaben haben

Mitarbeiter brauchen keine Motivation. Schon gar keine von außen. Ich kann niemanden nachhaltig zu etwas motivieren, was nur in meinem Kopf existiert. Mitarbeiter haben gerne eine Aufgabe, bei der sie Fortschritte machen können und diese Fortschritte auch sehen. Sie brauchen persönlich interessante Herausforderungen. Die Vergütung muss stimmen, die Atmosphäre am Arbeitsplatz und sie brauchen auch genügend Zeit für ihr Privatleben. Und auch der Wunsch nach persönlich motivierter Weiterbildung wird unterschätzt. Vor allem durch die Personalabteilungen, die mittels Gieskanne die Maßnahmen verteilen.

Vergessen Sie Motivation und Führen durch Anerkennung, das klappt vielleicht bei einigen Hunderassen. Kümmern Sie sich um die Dinge, die wirklich interessant für Ihre Mitarbeiter sind. Fragen Sie sie und entwickeln Sie gemeinsam Modelle, die Erfolge und Fortschritt bringen. Und hängen Sie nicht irgendwelchen Mythen nach.

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Körpersprache

erstellt am 19. November 2011

Ihr Körper spricht seine eigene Sprache. Meistens in mindest der vierfachen Geschwindigkeit Ihres Hirns. Unsere Organe (Buchgrummeln, Herzklopfen, Luft wegbleiben) tauschen laufend Botschaften untereinander aus und viele Bio-Sensoren überwachen uns, wie es uns geht (kalt, warm, angenehm, unangenehm, Gänsehaut usw.). Unsere Zellen werden durch circa 780.000 Nervenfasern miteinander verbunden und stehen dadurch in Ver-Bindung. Ein einzigartiges Schauspiel, das wir uns immer dann in Erinnerung rufen sollten, wenn wir mal wieder besonders stolz auf unser Hirn und seine Denkleistung sind.

Unsere Steuerung geschieht durch unseren Körper

Denn damit die elektrischen Signale in unserem Gehirn überhaupt arbeiten, kombinieren und logisch verknüpfen können, muss es dem Rest so gut gehen, dass er überhaupt erst Energie für unser Gehirn freigibt und diese nicht in anderen Körperregionen einsetzt. Oder es durch die anderen Botenstoffe wie Adrenalin, Testosteron oder Insulin blockiert wird. Immer dann, wenn wir das Gefühl haben, nicht mehr klar und überhaupt denken zu können, sollten wir eine Pause machen. Und die Pause dafür nutzen, auf unseren Körper zu hören und schauen, was da gerade los ist. Er weiss den Weg und die Lösung. Und unser Wille bringt uns dann auch nur noch sehr sehr begrenzt weiter.

Und wenn dieses “auf den Körper hören” eher eine Herausforderung ist, dann hilft Somatic Coaching weiter, das sowohl Kognition als auch Empfindung und Emotion wieder ins Gleichgewicht und in Gleichklang bringt.

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