Weibliche Kommunikation

Frauen sind anders als Männer – vor allem
in der Wahrnehmung der eigenen Führungsaufgabe

Während sich Männer eher hierarchisch organisieren, sind Frauen stärker auf Kooperation und Konsens aus. Das zeigt, dass Frauen anders als Männer führen, einen anderen Umgang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern pflegen und sich dennoch in einer Arbeitswelt behaupten müssen, die nach wie vor von Männern dominiert ist – trotz Gleichstellung, Gender Mainstreaming und der sog. Frauenquote, gerade in den Führungspositionen. Aus diesen Unterschieden heraus können persönliche Probleme erwachsen, die einem die Arbeit unnötig vermiesen.

Männliche Kommunikation ist wie eine neue Sprache – lernbar!

Gerade in der Kommunikation kann es sinnvoll sein, von den indirekten Kommunikationsmustern bewusst auf die klare, eindeutige Aussage schwenken zu können. Das bedeutet konkret, Konflikte direkt ansprechen und in speziellen Fällen eskalieren, was vielen Frauen schwer fällt, weil es ihrem traditionellen “Es muss doch allen gutgehen”-Anspruch zu widersprechen scheint.

Es geht um die Erhöhung der eigenen Rollenflexibilität, denn es sind beide Enden der Skala immer vorhanden – die nette und die weniger nette Art, mit anderen umzugehen. Es kommt darauf an, passend umschalten zu können. Dazu ist es oft notwendig, gemeinsam darauf zu schauen, wie der eigene Kommunikationsstil geprägt und wie er heute gelebt wird. Welche Ängste behindern mich heute, auch auf „weniger nett“ umzusteigen, wenn es die Situation erfordert? Was befürchte ich als Reaktion, wenn ich das, was in mir schmort, verbalisiere?

Behalten, was gut funktioniert, weglassen, was behindert, neu lernen, was fehlt

Es geht nicht darum, etwas, das funktioniert zu beseitigen. Oder die weibliche Kommunikation der der männlichen Verständigung anzugleichen bzw. ein besserer Mann als die Männer sein zu wollen. Bei weitem nicht. Es geht darum, Frauen die Möglichkeit zu mehr Rollenflexibilität aufzuzeigen.

Auch das Thema Widersprüchlichkeit kommt hier im Coaching zur Sprache: Wie lebe ich den Spagat zwischen Beruf und Privatleben? Wie schaffe ich es, aus meiner Führungskraftrolle beim Nachhausekommen auszusteigen? Wie schaffe ich es, manchmal mehr auf mich selbst zu hören, anstatt mit Geschwindigkeit oder Emotionen über das hinwegzugehen, was ich an Bedürfnissen empfinde?

Gerade das Thema Emotionen nimmt hier einen breiteren Raum ein; die Möglichkeit, aus negativen Gefühlen rechtzeitig auszusteigen und die Wogen, die sich manchmal vielleicht zu schnell aufbauen, in einem als angemessen empfundenen Zeitraum selbst zu glätten. In der Fachsprache geht es um die Erhöhung der eigenen Resilienz und kann Frauen besonders in geschäftlichen Situationen helfen, „cooler“ zu bleiben, wenn sie es für angebrachter halten und Herrin über die eigenen emotionalen Wellen zu werden.

Wenn Frauen ehrgeiziger als Männer sind, nützt dieser Ehrgeiz beim Aufstieg nur bedingt, wenn die männlichen Spielregeln auf den verschiedenen Gebieten (Auftreten, Kommunikation usw.) andere sind. Dann kann es hilfreich sein, einem männlichen Coach gegenüberzusitzen, um mit ihm an generellen Themen zu arbeiten oder spezielle und besonders belastende Situationen herauszugreifen und Strategien dafür zu entwickeln.