Initiation von Männern
erstellt am 16. September 2009
“Initiation von Männern” ist ein immer wieder gerne diskutiertes Thema in meinem Forum Männer-Auzeit. Im Prinzip habe ich damit immer wieder auf`s Neue meine Probleme, weil mich die meisten Initiationsangebote zu stark an Robert Bly und seinen Eisenhans oder glaubensgefärbte Richtungen oder in Trainings nach den C.G. Jung`schen Archetypen erinnern. Und – diese reinrassig gelebt, sind für mich zu “einfach und archaisch”, als dass sie persönliche Probleme zu lösen vermögen. Eher Oberflächensurfer. Und dann stellt sich bei mir die generelle Frage, warum ein Mann initiiert sein muss, um ein Mann zu sein. Von Frauen wird das ja auch nicht verlangt.
Und dennoch ist die Initiation – wenn man sie als Übergang von einem Zustand in einen anderen versteht – ein unabdingbarer Vorgang im erwachsen werden. Und zwar für jeden Menschen. Wir werden vom Kind zum Jugendlichen, vom Jugendlichen zum Erwachsenen, zum Lehrling und/oder Studenten, zm Freund, zum Ehemann, zum Arbeiter, zum Rentner und irgendwann sterben wird, gehen also zu den Toten. Lauter Übergänge, bei denen ich etwas abschließen, verlassen muss um in den nächsten Zustand zu kommen.
Und wenn hier nichts abgeschlossen werden kann, verbaut es mir den sauberen Übergang in den nachfolgenden Zustand. Das sind dann die Menschen, die mit ihrer Kindheit nie abgeschlossen haben, die der ersten Liebe wehmütig nachhängen und die eines nicht können – im Hier und Jetzt leben. Ich erinnere mich zu gut an viele Coachings und Aufstellungen, in denen 40jährige Menschen noch so von ihren inneren 5jährigen geprägt waren, dass sie es nicht oder nur sehr schwer geschafft haben, in vielen Situationen altersadäquat zu handeln.
Und für diese Übergänge sind Rutlae, auch die der Initiation, gut. Die Form des Rituals muss dabei jeder für sich selbst finden, nämlich das, was für einen selbst passt.
Tags: Erwachsen werden, Initiation, Männerarbeit, Männercoaching, Männergruppe, Männerinitiation, zum Mann werden · Beiträge abonnieren
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