Männliche Kommunikation

Wie könnte meine Verhaltensbandbreite in
meiner Kommunikation sein, wenn ich Stereotype ablege?

Männer und Frauen unterscheiden sich in ihrer Kommunikation. Männer werden generell als schneller, dominanter und Dissens orientierter in der Kommunikation eingeordnet; Frauen sind eher auf Umwege in der Kommunikation und auf Harmonie ausgerichtet. Gleichwohl halten sich Männer gerne dann zurück, wenn es darum geht, etwas von sich preiszugeben, was über die Faktenlage hinausgeht. So verschenken sie oft die Chance, sich anderen mitzuteilen – der Mythos vom „Lonesome Cowboy“ hat so seinen Anfang genommen.

Bei der männlichen Kommunikation geht es nicht darum, etwas, das funktioniert zu beseitigen oder die männliche Kommunikation der weiblichen Verständigung anzugleichen. Bei weitem nicht. Es geht darum, Männern die Möglichkeit zu mehr Rollenflexibilität aufzuzeigen: Also nicht nur die John-Wayne-Nummer fahren zu können/müssen – auch wenn sie einem schon lange nicht mehr gut tut, sondern flexibler zu werden und ein breiteres Verhaltensrepertoire zu haben.

Der eigene männliche Kommunikationsstil steht im Vordergrund

Innerhalb eines Coachings zum Thema „Männliche Kommunikation“ geht es darum, gemeinsam zu betrachten, woher der eigene Kommunikationsstil kommt und wie er sich auf das Gegenüber auswirkt. Der Coach arbeitet hier als Feedback-Geber und spiegelt die Reaktionen seines Gegenübers wider. Dies gilt für Dinge, die gut laufen und für die Resonanz, die verbesserungswürdig ist. Meine Erfahrung ist die, dass sich in diesem neutralen Kontext Männer von einem Mann eher helfen lassen, als von einer Frau oder Partnerin.

Im Vordergrund steht immer die Erhöhung der eigenen Verhaltensbandbreite, damit nicht nur Pauken und Trompeten im Vordergrund stehen, sondern Geigen ab und zu in den Vordergrund treten dürfen. Viele Männer müssen aus der passiven gelebten Aggression herauskommen, damit sie klar und deutlich in der privaten Kommunikation und im beruflichen Kontext eigene Wünsche äußern können.

Männliche Kommunikation ist manchmal auch ein internaler Prozess: Wie kann ich mich als Mann mit all den Widersprüchen (kein ausschließlich männlicher Zustand) besser verstehen und zurechtkommen? Wie kriege ich den Spagat zwischen Beruf und Privat besser hin, wie schaffe ich es, meiner Frau über eine beiderseitig wertgeschätzte Kommunikation näher zu kommen und wie schaffe ich es vielleicht, mehr auf mich selbst zu hören, statt mit Geschwindigkeit über meine Anforderungen und Bedürfnisse hinwegzugehen?

Ihre Rollenflexibilität liegt mir am Herzen.

Männliche Kommunikation hat viele Facetten, die alle eines gemeinsam haben: Rollenflexibilität als oberstes Prinzip. Meine Hypothese lautet: In dem Moment, in dem Männer lernen, sich in Beziehungsangelegenheiten besser auszudrücken, wird auch die Beziehung zu sich selbst besser und stabiler. Dies macht sich im Beruf und im Privatleben wohltuend bemerkbar. Getreu dem Motto „Über Sachthemen kann jeder reden“ hilft ein Coaching zur erhöhten Kommunikationsfähigkeit in vielen männlichen Lebensbereichen. Es hilft, das gern gezeigte männliche Dominanzgehabe abzulegen, aus der „Opposition aus Prinzip“ herauszukommen und von der gerne genutzten Abstraktion zum Persönlichen wechseln zu können. Vor allem dann, wenn Mann bei bestimmten Themen bisher wie ein Fisch verstummte und sein Gegenüber als dominant erlebte: Gelangen Sie vom Schweigen zum Dialog, egal in welcher Tonlage er gerade läuft.