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Warum ich reden prinzipiell gut finde, es aber nicht immer hilft….

Die meisten Menschen können reden. Das ist erst einmal die frohe Botschaft. Es gibt viele Menschen, die wollen nicht reden. Das ist die Einschränkung. In meiner Arbeit als Paartherapeut finde ich für den zweiten Punkt eine Anhäufung bei meinen Geschlechtsgenossen – den lonesome cowboys, die alles erst einmal mit sich selbst ausmachen, bevor sie in den Dialog gehen. Und dann gibt es noch den Fall, in dem in Beziehung zwar miteinander geredet wird – allerdings nicht um das, worum es geht, sondern um alltägliches und funktionales. Funktional gebrauche ich in diesem Zusammenhang für Gespräche, die zur Organisation des Alltags gehören.

Natürlich habe ich nichts gegen alltägliche und funktionale Gesprächsthemen, die gehören dazu und sind wichtig, weil es für Paare ja auch darum geht, den Alltag zu organisieren. Sofern aber bei der Alltäglichkeit nicht die Gesprächsthemen, bei denen es „um das Eingemachte“ geht, einfach hinten runter fallen. Was ich oft beobachte. Viele Paare „funktionieren“ nach einer gewissen Zeit ihrer Partnerschaft nur noch auf einer funktionalen Ebene: Wie gestalten wir den Tag, wie strukturieren wir unsere Zeit. Aber der emotionale Kit und auch die emotionale Gesprächsebene ist dabei irgendwie verloren gegangen.

Auch die Emotion darf nicht zu kurz kommen

Oder war in dieser Form vielleicht noch nie da. Es geht also um die Themen, die uns in unserem tiefsten Inneren bewegen: Was macht mir Angst, was tut mir gut, was erhoffe ich mir, wo sind meine inneren Nöte, mit denen ich aktuell gerade umgehe? Gerade solche Themen gehören in die Partnerschaft – wo soll ich die sonst denn loswerden, als in einer engen Liebesbeziehung. Und wofür sind enge Liebesbeziehungen denn unter anderem gerade da? Und gerade hier haben viele Paare großen Nachholbedarf. Sie treffen sich nicht mehr mit dem Herzen, sondern nur noch bei der Alltagsbewältigung. Eigentlich viel zu schade, oder?

Und manchmal fällt es mir gar nicht mehr auf, über was wir uns unterhalten. Habe vielleicht nur das unterschwellige Gefühl, dass irgendetwas fehlt – genau dann wäre der richtige Zeitpunkt für einen gemeinsamen Boxenstopp – mit oder ohne externe Unterstützung.

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