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Die 5 Stress-Persönlichkeiten

Ratgeber gegen Stress und Burnout gibt es viele. Es sind Hype-Themen mit sehr ernstem Hintergrund. Die starke Häufung der stressbedingten Erkrankungen ist besorgniserregend und betrifft mit ihren Auswirkungen Privatpersonen, Unternehmen und Verwaltungen. Wer stressbedingt erkrankt, fällt meistens lange aus und fühlt sich nachhaltig isoliert im Kreise der vermeintlich leistungsbereiten und fitten Mitmenschen. Viele Ansätze der Stressbewältigung basieren auf Achtsamkeitsübungen und Verhaltensänderungen. Nur – was passiert, wenn sich die Verhaltensänderungen nicht langfristig durchhalten lassen oder wenn man für die Achtsamkeit buchstäblich zu gestresst ist? Oder gerade in achtsamen Momenten persönliche Themen auftauchen, die nicht gut tun oder die gar ängstigen?

Hier scheint Achtsamkeit und Verhaltensänderung zu kurz zu greifen, da manchmal gerade in der Stille und Entspannung Themen aus der eigenen Historie auftauchen, die im normalen Erleben so nicht bemerkt werden. Diese Situationen bieten dann einen Ansatz, sich die Anteile seiner Stress-Persönlichkeiten (also der Identitätsebene) näher anzuschauen und gleichzeitig zu versuchen, auf mehreren Ebenen aus der permanenten Anspannung zurück in die notwendige Entspannung zukommen.

Jede der 5 Stress-Persönlichkeiten können sehr komplex sein, deshalb ist es sinnvoll, diese Komplexität durch eine Typisierung abzumildern. Dadurch sind die 5 Stress-Persönlichkeiten entstanden. Sie dienen als tiefer gehender Erklärungsansatz der Hilfestellung. Ohne Erklärung gibt es keine Erkenntnis, ohne Erkenntnis und Verständnis keine Veränderung.

Die 5 Stress-Persönlichkeiten

Die 5 Stress-Persönlichkeiten sind kein neu erfundenes Rad; aber eine gut zusammengestellte Erklärung aus verschiedenen Disziplinen, die in dieser Form neu ist. Die 5 Stress-Persönlichkeiten basieren auf dem NARM™- Modell (Neuro Affektives Relationales Modell™) von Dr. Laurence Heller, der die Typologie, die Bewältigungsstrategien in detaillierterer, breiter und therapeutisch nutz barer Weise erarbeitet und der Fachwelt zur Verfügung gestellt hat. Und daraus einen integrierten Ansatz mit therapeutischer Ausrichtung auf das Nervensystem und der Beziehungsebene entwickelt hat. Er setzt sich mit seinem Ansatz und seiner Art der therapeutischen Arbeit an die Nahtstelle zwischen psychologischen Problemstellungen und dem Körper.

Unsere Stress-Persönlichkeiten werden sehr früh im Leben festgelegt

Aller Anfang ist die Geburt und das Ankommen auf dieser Welt. Vor, während und nach der Geburt machen wir unsere Erfahrungen mit Vertrauen, Bindung, dem Gefühl des gehalten werden und der Regulation von inneren Zuständen, sprich, die Regulation unserer Gefühle und Emotionen. Dazu benötigen wir unsere Umwelt. In der Regel ist die Mutter unsere erste Bezugsperson in unserem Leben. Sie hilft uns, uns sicher zu fühlen, uns zu beruhigen und zu bemerken, dass wir immer das bekommen, was wir aktuell benötigen. Wir erschrecken vor etwas und werden durch sie beruhigt, wir sind hungrig und werden von ihr gefüttert, wir sind traurig und werden von ihr getröstet, wir haben die Windeln voll und werden von ihr frisch gewickelt.

Was passiert, wenn diese Erkenntnis nicht vermittelt wird? Dann entwickeln Kinder Anpassungsleistungen, damit sie mit ihrer Umwelt besser zurechtkommen und die Umwelt mit ihnen. Ich nenne es Bewältigungs- oder Adaptionsstil. Bewältigungs- oder Adaptionsstile stellen für uns Menschen Erfolge der Bewältigung von Problemen dar, die unsere Umwelt verursacht, und auf die wir als Babys oder Kleinkinder in irgendeiner Form reagieren mussten.

Da unser Gehirn gerne auf Vergangenes zurückgreift, um die Zukunft zu prognostizieren, bleiben diese Bewältigungs- und Adaptionsstile fest in unserem Nervensystem und unserem Neokortex gespeichert. Dann entwickeln sich daraus Anteile unserer Identität.

Vielleicht fragen Sie sich nun, was das mit Stress-Persönlichkeit zu tun hat? Mehr als Sie denken. Jede der vorgestellten 5 Stress-Persönlichkeiten reagiert auf ihre Art und Weise auf internalen oder externalen Stress, basierend auf ihrer erlernten Fähigkeit (Bewältigungs- oder Adaptionsstil), sich selbst zu regulieren und mit erhöhten Belastungen im Innen und Außen umzugehen.

Die vorgestellten 5 Stress-Persönlichkeiten erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern dienen als Anhaltspunkte für Selbsterkenntnis und Selbsthilfe beim Thema Stressmanagement. Sie kommen in den meisten Fällen nicht als Reinkultur, sondern als Mischform vor. Das macht es oft nicht einfacher. Selbsterkenntnis ist das zentrale Anliegen dieses Buches, um auf dieser Basis Schritt für Schritt weiterzugehen. Schritte alleine – aber in den meisten Fällen Schritte unter fachkundiger Anleitung und Begleitung eines Coaches oder Therapeuten.

Nicht weil ich Ihnen so viel Veränderung alleine nicht zutraue, sondern deshalb, weil es unter fachkundiger Anleitung in der Regel leichter und schneller gehen kann. Manchmal braucht man diesen Spiegel des Gegenübers ohne die eigenen, allzu menschlichen Beschränkungen. Eigenhilfe ist bis zu einem gewissen Grad etwas Fantastisches. Aber, wenn Sie merken oder durch Ihre Umwelt darauf aufmerksam gemacht werden, dass Sie über einen gewissen Punkt selbst nicht hinauskommen, sollten Sie fachkundige Hilfe in Anspruch nehmen.

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